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Lüftung

Neue Berechnungssystematik für PV-Strom beschlossen

Die Anforderungen an den Primärenergiebedarf steigen. GEG 2023 und der Effizienzhaus 55-Standard sind da erste der Anfang. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung bieten sich an, Teile dieser Verpflichtung zu erfüllen. Erfahren Sie, warum diese Entwicklung für Bauherren und Sanierer längst nicht die schlechteste ist und werfen einen kurzen Blick über die Technik in Altbau und Sanierung. Lesen Sie weiter.

 

Obwohl sich an vielen Stellen das Gerücht immer noch beharrlich hält und auch viel zu oft hartnäckig das Gegenteil behauptet wird, hier jetzt eine schonungslose Klarstellung: „Wände atmen nicht!“ Es ist kein Fall bekannt geworden, dass auch nur ein Bauteil dieser Welt dabei beobachtet wurde, wie es sich einem Brustkorb gleich, hob und senkte. Und auch Innenluft gelangt über massive Bauteile wie ein Dach oder eine Mauer genauso wenig nach außen, wie Außenluft über denselben Weg nach innen.

 

Verluste die man sich sparen kann

Allerdings: Schon oft wurde beobachtet, dass sich trotz geschlossener Fenster die Raumluft zusammen mit Schadstoffen aus Möbeln und Baustoffen mitsamt der angefallenen Feuchte aus Zimmerpflanzen, Bad und Küche sowie den dort entstanden, vielfältigsten Gerüchen gegen frische Luft austauscht. Dieser Luftaustausch geht allerdings nicht auf das Konto einer aktiven Atmung des Gebäudes sondern auf ein komplexes Zusammenspiels von Windverhältnissen, die um das Gebäude herum herrschen, dem Temperaturunterschied zwischen innen und außen sowie Löchern beziehungsweise Öffnungen in den Bauteilen wie beispielsweise offene Rolladenkästen, Ritzen zwischen Mauern, Fenstern und Dächern sowie Schornsteine, Kabeleinführungen und Rohre aller Art.

Und das hat Folgen. Einer direkten Beeinflussung durch den Nutzer entzogen und damit unkontrolliert, verliert das Gebäude auf diese Art genauso viel Raumwärme, wie frische Luft ins Gebäude gesaugt wird. Um den Raum dennoch auf Temperatur zu halten, muss die nachströmende, frische und viel zu oft auch kalte Luft über die Heizung erwärmt werden. Es wird geschätzt, dass vor 1995 errichtete Bestandsgebäude für eine frische und gesunde Raumluft durchschnittlich 50 kWh/m²a oder 24 Prozent des Öl- oder Gaseinsatzes aufwenden.

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Frische Luft wird zum größten Posten

Aber das geht noch heftiger. Mit immer besser gedämmten Außenwänden und Dächern sinkt der Wärmeverlust über die Gebäudehülle. Allerdings, im gleichen Atemzug steigert sich nun der Wärmebedarf für Lüftung zum bestimmenden Posten. In einem jüngeren Niedrigenergiehaus beläuft sich sein Anteil bereits auf beachtliche 50 Prozent und mehr.

Damit wird deutlich: Ein „weiter so“ kann darum nicht die Lösung sein. Mit der Begrenzung der Wärmeverluste über die Außenbauteile sollte der Wärmeverlust für Lüftung ebenfalls gleich mit angepackt werden. Was das ausmacht, lässt sich am Beispiel von Passivhäusern deutlich zeigen: Mit Hilfe einer geplanten, durchgeführten und qualitätsgeprüften Abdichtung seines Baukörpers und dem Einsatz einer Anlage zur Lüftung mit Wärmerückgewinnung beträgt der Heizaufwand für Lüftung nur noch beeindruckende 13 Prozent oder 5 kWh/m²a.

Doch wie funktionieren nun die Vertreter dieser Technik? Und wodurch unterscheiden sie sich?

 

Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Funktion, Technik und Wirkungsweise der Lüftungstechnik sind überschaubar und mit wenigen Worten erklärt. So auch bei diesem Vertreter, der Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Im Zentrum steht das Zentralgerät. Von dort werden über Kanalsysteme die Wohnräume wie Schlafzimmer, Kinderzimmer und Wohnzimmer mit frischer, unverbrauchter Luft versorgt. Gleichzeitig wird Luft aus den belasteten Räumen wie WC, Küche und Bad abgesaugt - Gerüche haben so nur eine geringe Chance, sich über die Entstehungsräume hinaus auszubreiten. Die Luftübergabe und – austausch zwischen den Wohn- und Entstehungsräumen erfolgt über Verbindungsräume und Flure. Öffnungen wie Türgitter, Spalten in den Türrahmen oder zwischen den Türunterkanten und Fußböden stellen auch bei geschlossenen Türen den Luftaustausch sicher.


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Vorwärmung im Erdwärmetauscher

Steht außerdem noch eine ausreichende Grundstücksfläche zur Verfügung, empfiehlt sich zusätzlich der Einsatz eines Erdwärmetauschers. Mit seiner Hilfe wird die Außenluft mit Hilfe von Erdwärme vor dem Eintritt in das Lüftungsgerät vortemperiert. Im Winter bedeutet das eine Vorerwärmung, im Sommer eine Vorkühlung zwischen 8 und 10° Celsius. Dazu wird unterhalb der Frostgrenze in etwa 1,0 bis 2,0 Meter Tiefe ein spezieller Kunststoffschlauch oder -rohr mit einer ausreichenden Länge vergraben.

Einzelgeräte

Doch nicht immer ist der Einsatz von Zentralgeräten möglich wie beispielsweise bei Teilsanierungen im Altbau oder Bestand. Um hier nicht auf den Einsatz einer Lüftungsanlage verzichten zu müssen, empfehlen sich Einzelgeräte. Einmal in der Außenwand montiert, arbeiten sie in zwei Richtungen. Zuerst saugen sie warme Raumluft durch einen Wärmetauscher aus dem Raum. Ist dieser ausreichend geladen, wird die Förderrichtung umgedreht und kalte Außenluft nun über den Wärmetauscher in den Raum gezogen. Und selbst größere Räume können mit dieser Technik versorgt werden. Diese werden mit zwei Geräten ausgerüstet arbeiten synchron. Durch eine Montage unterhalb der Decke, lässt sich außerdem Außenluft tiefer in den Raum holen.

Nachteilig im Vergleich zum Zentralgerät wirkt sich an dieser Technik der ein höhere Strombedarf und der regelmäßige Filterwechsel an jedem Gerät aus. Und auch in Küchen ist der Einsatz dieser Technik nicht möglich, da der Wärmetauscher nicht nur Wärme, sondern auch Gerüche auf die einströmende Außenluft überträgt.

Ausblick

Der Lüftungswärmebedarf ist ein Potential, auf das nicht verzichtet werden sollte. Doch Planung und Montage alleine reicht nicht aus. Um die Funktion und Einsparung der Lüftungsanlagen auf lange Sicht sicherzustellen, müssen diese Systeme gewartet und optimiert werden. Und das verlangt von Profis neben Wissen auch einiges an Erfahrung. Mit Seminaren und Workshops wie „Lüftungsanlagen – warten, reinigen und messen“ < https://enbw-eg.de/l%C3%BCftungsanlagen-workshoptag?hsLang=de-de> und anderen Formaten werden wir Sie als Mitglied heute und in Zukunft unterstützen. 


Thomas Buzckowski

Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde ist eine gute Kilowattstunde