Fit für die EnEV 2014

Die wichtigsten Änderungen für den Energieprofi

 

 

Bandtacho Bedarf EnEV 2014

Zum Vergleich: Bandtacho „Bedarf für Wohngebäude“ und seine Angaben nach EnEV 2014 …

 

 

Ganz klar: Für den ausführenden Energieprofi steht die Energieeinsparung EnEV wirklich nicht auf Platz eins der Prioritätenliste. Dennoch beeinflusst das Regelwerk wesentlich das Tun und Handeln von Bauherren bis zum Profi am Bau. Um allen Beteiligten weiterhin auf Augenhöhe und mit Verständnis begegnen zu können, haben wir für unsere Mitglieder hier die wichtigsten Änderungen der EnEV für Wohngebäude zusammengetragen.

 

 

Doch nun ganz konkret: Die novellierte Energieeinsparverordnung, kurz EnEV 2014, tritt am 1. Mai 2014 in Kraft. Eine zentrale Grundlage der Verordnung und all ihrer Berechnungen ist der Referenzklimastandort oder der Bezugsort der Planung. Mit der EnEV 2014 zieht dieser um und zwar von Würzburg nach Potsdam. Nennenswerte Unterschiede oder Ergebnisverzerrungen werden dadurch nicht erwartet.

 

 

Wichtige Änderungen ab dem 1. Januar 2016

Die energetischen Anforderungen an das Gebäude und Anlage gegenüber der EnEV 2009 sind zunächst einmal vernachlässigbar. Jedoch ab dem 1. Januar 2016 treten gleich drei wesentliche Änderungen in Kraft:

 

  • Der einzuhaltende Jahresprimärenergiebedarf für Neubauten wird um 25 Prozent angehoben.

 

  • Der maximal zulässige Wärmedurchgangskoeffizient oder die Qualität der Gebäude-Wärmedämmung für Neubauten verbessert sich um etwa 20 Prozent.

 

  • Der Primärenergiefaktor von Strom wird von 2,6 auf 1,8 verringert.

 

 

Kessel und unbeheizte Dachräume

In Bestandsgebäuden begrenzt die EnEV 2014 die Laufzeit von Öl- oder Gas-Heizkessel auf maximal 30 Jahre. Wärmeerzeuger, die vor dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, dürfen ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Und alle nach dem 1. Januar 1985 eingebauten Heizkessel müssen nach spätestens 30 Jahren erneuert werden. Diese Regel gilt für den Leistungsbereich zwischen 4 und 400 kW. Ausgenommen sind alle Niedertemperatur- und Brennwertkessel.

 

Zudem fordert die EnEV 2014, dass die Decken von Räumen in Bestandsgebäuden, die an ein unbeheiztes aber begehbares Dachgeschoss angrenzen, bis zum 31. Dezember 2015 gedämmt sind. Diese Forderung kann ebenfalls durch die Dämmung des darüber liegenden Daches erfüllt werden. Einzuhalten sind die Anforderungen nach EnEV 2014.

 

Ausgenommen von diesen Verpflichtungen sind alle Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die am 1. Februar 2002 ihre Häuser selbst bewohnt haben. Bei einem Eigentümerwechsel ist die Verpflichtung vom neuen Eigentümer binnen 2 Jahre zu erfüllen.

 

 

Energieausweise

Die hier anstehenden Änderungen betreffen die folgenden Schwerpunkte:

 

1. Darstellung

Bandtacho Wohngebäude Bedarf nach EnEV 2009

…und sein Vorgänger: Der Bandtacho „Bedarf für Wohngebäude“ nach EnEV 2009.

Die Darstellung der Energiekennwerte im Bandtacho wurde durch eine neue Skalierung verschärft. Startet die Vorgängerversion noch bei größer gleich 400 kWh/m² a beginnt der rote Bereich des neuen Bandtacho bereits schon bei größer 250 kWh/m² a.

 

Auch die neuen Energieeffizienzklassen von A+ bis H, vergleichbar mit der Kennzeichnung von Elektrogeräten, erweitert die Darstellung des neuen Bandtachos (vgl. Bilder).

 

2. Verbreitung

Der Energieausweis muss zukünftig bereits bei Besichtigung des Miet- oder Kaufobjekts vorgelegt und spätestens mit dem Kauf- oder Mietvertrag übergeben werden. Liegt bei der Schaltung einer Immobilienanzeige für Verkauf oder Vermietung ein Energieausweis vor, so sind bestimmte Angaben daraus zu nennen. Diese reichen von der Art des Ausweises wie Verbrauch oder Bedarf bis zur Angabe der Effizienzklasse.

 

 3. Registrierung und Stichprobenkontrollen

Energieausweise werden zukünftig zentral registriert. Das Deutsche Institut für Bautechnik DIBT übernimmt diese Aufgabe und führt werden Stichprobenkontrollen durch.

 

 

Die Energieeinsparverordnung EnEV

Die erste Energieeinsparverordnung trat 2002 in Kraft und löste die Wärmeschutzverordnung 1995 ab. Beschränkten sich die zahlreichen Wärmeschutzverordnungen noch auf den Nachweis eines Mindestwärmeschutzes am Gebäude alleine, definierte die EnEV erstmals energetische Mindestanforderungen an das Gebäude und dessen Beheizung sowie Versorgung mit Trinkwarmwasser. Seit ihrem Neustart im Jahre 2002 bis heute wurde die EnEV kontinuierlich weiterentwickelt und fortgeschrieben. Neben den Energieausweisen beziehen sich auch immer mehr Förderprogramme auf die EnEV und ihre Nachweisverfahren.

 

Die am 1. Mai 2014 in Kraft tretende Novellierung zur EnEV 2014 ist ein weiterer Schritt in Richtung des Niedrigstenergie-Gebäudestandards der Europäischen Union ab 2021 für Neubauten und zum klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050.

 

 

Weiterführende Links und Informationen zur EnEV 2014

 

 

 

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