Überschüssiger Ökostrom – zum Wegwerfen zu schade

Feldforschung Boxberg

 

 

Die Grundidee des Modellversuchs: Überschüssiger Ökostrom wird nicht abgeregelt sondern heizt bestehende Wärmestrom-Anlagen.

Die Grundidee des Modellversuchs: Überschüssiger Ökostrom wird nicht abgeregelt sondern heizt bestehende Wärmestrom-Anlagen.

 

Mit Ökostrom „verstopfte“ Stromnetze könnten zukünftig auch durch die Versorgung von Stromanwendungen wie Wärmepumpe und Co entlastet werden. Ein Modellversuch der EnBW in Boxberg untersucht seit 30. Juli 2013 gründlich die Möglichkeiten und Chancen.

 

 

Baden-Württembergische Energieprofis blicken nach Boxberg. Hier erprobt die EnBW, wie gut sich überschüssiger Ökostrom in Wärme umwandeln lässt. Neben Pumpspeicherkraftwerken, Power-to-Gas oder Smarten Anwendungen in Haushalts- oder Industrieanlagen, erscheint die Nutzung von überschüssigem Ökostrom in Wärmestromanwendungen wie zum Beispiel in elektrischen Speicherheizungen oder Wärmepumpen ebenfalls als interessantes Einsatzgebiet.

 

 

Ökostrom entlastet das Netz

So könnte nach Berechnungen der EnBW überschüssiger Ökostrom beispielsweise in Gebieten mit einer hohen Einspeisung von Solarstrom im Herbst und Frühling bis zu 50 Prozent des täglichen Strombedarfs von Wärmestrom-Anwendungen decken. Das entspräche immerhin 5 bis 10 Prozent des Jahresbedarfs. Oder die Aufladung der Geräte könnte an einem windigen Wintertag vorgezogen werden. In jedem Falle entstünde so eine deutliche Entlastung für das Netz, wenn man berücksichtigt, dass alle Wärmestrom-Anlagen im Versorgungsgebiet der EnBW zusammen einer Gesamt-Leistung von 2 bis 3 Großkraftwerken entsprechen.

 

 

Wie belastbar diese theoretischen Berechnungen sind und welche Technik sowohl beim Kunden als auch im Stromnetz in der Praxis gebraucht wird, soll jetzt der Test in Boxberg zeigen. Grundsätzlich soll immer dann Heizwärme in die Anlage eingespeichert werden, wenn die Kundenanlage aufnahmebereit ist und der Wind weht oder die Sonne scheint.

 

 

Pioniere gesucht

Boxberg selber wurde ausgesucht, weil es hier neben einem Umspannwerk eine besonders günstige Konstellation aus Windkraft- und Photovoltaikeinspeisung sowie eine ausreichende Zahl von Wärmestrom-Anlagen gibt. Die EnBW wird in den nächsten Wochen zunächst 15 Wärmestrom-Kunden für das Projekt suchen; bis Herbst nächsten Jahres sollen es rund 150 werden. Bei ihnen wird ein Zusatzgerät installiert, das es ermöglicht, die Anlage bei Bedarf anzusteuern und zu regeln. Kosten entstehen den Kunden dafür nicht; eine kleine Vergütung belohnt darüber hinaus den Pioniergeist. Die Erfahrungen fließen in die Überlegungen für mögliche Kundenangebote ein.

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