Eine Großbaustelle der Energiewende

5 Fragen zum Ausbau moderner Zählertechnik

 

Letzter Handgriff an der ersten modernen Messeinrichtung im Netzgebiet der Netze BW.

 

In puncto Ausbau mit intelligenter Zählertechnik hat die Netze BW schon einiges vorzuweisen: Pünktlich begann der Ausbau moderner Messeinrichtungen. Doch wo steht das Umsetzungsprojekt gerade? Welche Erfahrungen wurden gemacht? Was ist noch zu lösen? Und wie geht es voraussichtlich weiter? Folgen Sie uns auf eine Großbaustelle der Energiewende.

 

 

 

 

Pünktlich am 1. Juni 2017 startete die Netze BW GmbH ihren angekündigten Ausbau des Stromnetzes mit modernen Messeinrichtungen in ihrem Netzgebiet.

 

So will es der Gesetzgeber

Bis zum Jahre 2032 werden so rund 1,9 Millionen moderne Messeinrichtungen bei Anlagen mit Verbräuchen unter 6.000 kWh pro Jahr die bisher verbaute Zähltechnik wie beispielsweise die bekannten Ferrariszähler ersetzen. Mit dem Ausbau erfüllen die Netze BW die Anforderungen des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende aus dem Jahre 2016 (wir berichteten).

Doch wo steht Ausbau jetzt? Konnten seit dem 1. Juni 2017 bereits erste Erkenntnisse und Erfahrungen gesammelt werden? Welche Aufgaben und Schwierigkeiten löst das Umsetzungsprojekt der Netze BW gerade? Und wie geht der Ausbau der intelligenten Messtechnik zukünftig weiter? Wir stellten Frau Melanie Müller aus dem Projektteam der Netze BW bei einem Kurzinterview 5 Fragen zu dieser Großbaustelle der Energiewende.

EG: „Vielen Dank Frau Müller, dass Sie sich unseren Fragen stellen. Bitte sagen Sie unseren Mitgliedern und Lesern, wo das Projekt aktuell steht?“

 

Wie funktioniert die Umrüstung des Zählerplatzes?

Melanie Müller: „Der Massenhochlauf für moderne Messeinrichtungen ist angelaufen. Für die praktische Umsetzung erhält der Anschlussnutzer, also der Bewohner des Objekts zunächst circa 3 Monate vor dem geplanten Montagetermin ein allgemeines Informationsschreiben. Zwei Wochen vorab wird der Kunde erneut zur Vereinbarung eines konkreten Montagetermins kontaktiert, bei dem der neue Zähler durch einen zertifizierten Monteur installiert und in Betrieb genommen wird.
Stellt der Monteur allerdings fest, dass der Zählerplatz zu klein oder technisch mangelhaft ist, bricht der Monteur die Installation ab und überreicht dem Kunden eine Mängelkarte. Mit dieser Erinnerung und einem üppigen Zeitfenster ist dieser gesetzlich verpflichtet, seinen Zählerplatz durch einen Elektro-Fachbetrieb wieder auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen.
Tatsächlich sind bereits mehrere Fälle aufgetreten, bei denen die modernen Messeinrichtungen aus Platzgründen nicht installiert werden konnten oder der Zählerplatz vor der Installation technisch ertüchtigt werden musste.“

 

Gut informiert

EG: „Referenten aus Ihrem Team berichteten bei der EG Herbstveranstaltung 2016 mit dem Vortrag „Das Projekt Intelligente Messsysteme bei der Netze BW“ über Ihr Projekt. Und im Vortrag „Neues vom Netzbetreiber“, erhielten die Besucher weitere Informationen über den Aufbau und die Ausrüstung TAB-konformer Zählerplätze.
Doch sagen Sie uns bitte Frau Müller, könnte ein Elektroprofi der Energiegemeinschaft oder Kollege und Mitarbeiter nicht auch seine Kunden über die Notwendigkeit der Zähleranpassung informieren?“

Melanie Müller: „Ja, das ist jederzeit möglich. Vor-Ort können Elektrotechniker anhand vorgegebener Kriterien Auskunft geben, ob der Zählerplatz den Anforderungen entspricht. Die technischen Anschlussbedingungen mit vielen weiteren Informationen finden Sie auf unserer Homepage genau erläutert.“

 

Die nächsten Schritte stehen bevor

EG: „Vielen Dank für diese wertvollen Tipps. Doch wie geht es mit dem Projekt weiter?“

Melanie Müller: „Im Team arbeiten wir mit Hochdruck daran, Ende 2017 nach der modernen Messeinrichtung dann auch mit dem Roll-Out intelligenter Messsysteme zu beginnen.“

EG: „Ist denn mit der Zertifizierung im Januar 2017 nicht schon alles geprüft?“

Melanie Müller: „Da würde meinen Kollegen und mir aber ein Stein vom Herzen fallen. Die derzeitige Zertifizierung bezieht sich auf das Gateway Administrationssystem. Um die Sicherheit der Geräte an sich zu gewährleisten, müssen auch diese einen Zertifizierungsprozess durchlaufen. Hierbei wird geprüft, ob die strengen Richtlinien und Anforderungen des Gesetzgebers eingehalten werden. Zudem benötigt das Smart-Meter-Gateway wegen eichrechtlicher Bestimmungen eine Baumusterprüfbescheinigung sowie eine Konformitätserklärung durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt PTB.
Und damit die Hersteller ihre CC-Zertifizierung erhalten, müssen die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI festgeschriebenen Anforderungen nachgewiesen und erfüllt werden.
Für das Projektteam heißt das im Klartext: Gerade entwickeln und bauen wir unsere interne IT-Infrastruktur auf. Sie ist die Voraussetzung für einen hohen Automatisierungsgrad und besteht aus mehreren IT-Systemen, die in einer Wertschöpfungskette zusammen arbeiten und zum Startschuss parat stehen werden.
Und da es, wie schon gesagt, ohne Zertifizierung keinen Ausbau gibt, unterstützen wir bestmöglich auch die Gerätehersteller beim CC-Zertifizierungsverfahren.“

 

Thema Mehrspartigkeit

Ein Mitarbeiter der Netze BW installierte in Filderstadt einen Ultraschall-Haushaltszähler für Gas.

EG: „Bislang sprachen wir nur über Strom. Können Sie uns sagen, ob mit einer Digitalisierung auch beim Gas zu rechnen ist?“

Melanie Müller: „Gas und generell das Thema Mehrspartigkeit erachten wir als sehr wichtig und wollen hier bereits frühzeitig Erfahrungen sammeln. Darum erproben wir gerade in 10 Haushalten aus den Gebieten der Netze BW und der Ettlinger Netzgesellschaft „Netze Südwest“ erstmals diese Technik in einem Feldversuch.
Die Testkunden sind so gewählt, dass die meisten aus vorangegangenen Feldtests bereits stromseitig über ein intelligentes Messsystem verfügen, so dass der „intelligente“ Gaszähler angebunden werden kann. Mittels einer externen Antenne werden die nach neuestem BSI-Sicherheitsprofil geschützten Messdaten per Funk über die bereits vorhandenen Gateways an uns versandt und in einem eigenen Internetportal für die Kunden visualisiert.“

EG: „Vielen Dank Frau Müller für Ihre Antworten.“

Frau Müller: „Aber gerne.“

 

Und für alle, die über die Großbaustelle der Energiewende noch mehr wissen möchten, haben wir unter dem Link „Intelligente Messsysteme – Digitalisierung der Energiewende zu Hause“ auf den Seiten der Netze BW noch viele weitere Informationen und Details zum Thema bereitgestellt.

 

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