Der Ausbau moderner Messeinrichtungen beginnt im Juni

Was Profis darüber wissen müssen

 


 

Der flächendeckende Ausbau intelligenter Messsysteme und die Umsetzung des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende stehen im Netzgebiet der Netze BW GmbH kurz vor der Einführung. Möglich wurde dieser Meilenstein durch das erfolgreich zertifizierte Smart-Meter-Gateway-Administrationssystem, kurz GWA-S, das, ähnlich einem Betriebssystem, den Datenaustausch zwischen intelligenten Messsystemen und dem Messstellenbetreiber gewährleistet.

 

Der Januar 2017 schrieb in Baden-Württemberg Energiegeschichte. Erfolgreich wurde dem ersten Gateway-Administrationssystem nach ISO 27001 die Informationssicherheits-Managementsystem Zertifizierung (ISMS) in Deutschland erteilt. Vereinfacht beschrieben als eine Art Betriebssystem für intelligente Messsysteme, ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG als Inhaberin damit nun berechtigt, IT gestützte Dienstleistungen und Geschäftsprozesse bereitzustellen. Und gleichzeitig kann damit auch das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende erfüllt und umgesetzt werden.

Das Gesetz aus dem Jahre 2016 verpflichtet unter anderem die Energieversorger, schrittweise, bis zum Jahr 2032, bei Anlagen mit einem Verbrauch über 6.000 kWh pro Jahr, die bisherigen Zähler gegen intelligente Messsysteme auszutauschen. Weitere Details zum Gesetz in der nebenstehenden Grafik oder in einer früheren Ausgabe unseres Energieprofi Express.

 

Moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme

Die erfolgreiche Zertifizierung des GWA-S nach ISO 27001 belegt, dass die technischen Richtlinien des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vom System eingehalten werden und die Informationssicherheit in puncto Erhaltung, Steuerung und Optimierung gewährleistet ist. Doch wie funktioniert diese Technik jetzt genau?

Vereinfacht ausgedrückt besteht ein intelligentes Messsystem selbst zunächst einmal aus einer modernen Messeinrichtung, einem digitalem Stromzähler. Sein elektronisches Zählwerk ermittelt die Verbräuche. Vorteile gegenüber einem Ferraris-Zähler sind die bessere Veranschaulichung und Darstellung. Zusätzlich zum aktuellen Zählerstand können auch tages-, wochen-, monats-, und jahresbezogene Stromverbrauchswerte für die letzten 24 Monate entweder am Gerätedisplay abgelesen oder mit Hilfe geeigneter Technik dargestellt werden.

Ergänzt um das Smart Meter Gateway, einer Einheit zur Übertragung der Verbrauchsdaten, wird die moderne Messeinrichtung zum intelligenten Messsystem. Um die Vorteile voll auszuspielen, werden alle durch die moderne Messeinrichtung erfassten Messwerte an das Smart Meter Gateway übergeben. Auf Basis des zertifizierten GWA-S sendet das Gateway die Daten an den „Gateway-Administrator“, in unserem Fall die EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Alle Ergebnisse werden dort erfasst, gespeichert und für die Anzeige in einem persönlichen Kundenportal aufbereitet (s. Grafik).

 

Nutzen heute und in Zukunft

Diese Abbildung des Stromverbrauchs ist allerdings nur eine der möglichen Lösungen. In weiteren Schritten sollen zukünftig mit dieser Technik auch Strom – abhängig von Angebot und Preis – verkauft, im Haus verbraucht oder gespeichert werden. Und mit Hilfe der „Smart-Home“ –Technologie, den intelligenten Alleskönnern der Haussteuerung und Gebäudeautomation, werden die Anteile des regenerativ erzeugten Stroms im Haushalt nach und nach ausgebaut.

 

Ausbau der Anlagen im Netzgebiet

Doch was bedeutet dieser Meilenstein jetzt konkret für die Netze BW GmbH und ihr Netzgebiet? Melanie Müller von der Netze BW GmbH berichtet: „Mit der flächendeckenden Einführung dieses Systems erfüllen wir die Anforderungen des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende, das im September 2016 in Kraft getreten ist.“ Im Juni 2017 startet dann der Ausbau moderner Messeinrichtungen. Müller weiter: „Im ganzen Netzgebiet sind dann insgesamt etwa 1,9 Millionen Haushalte auf eine moderne Messeinrichtung umzurüsten und ab Ende 2017 über eine halbe Millionen intelligente Messsysteme“.

 

 

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